Staublunge

Staublunge

Diagnose, Symptome, Therapie

Was versteht man unter einer Staublunge?

„Staublunge“ ist der umgangssprachliche Ausdruck für Lungenschäden, die durch das Einatmen von anorganischen Staubpartikeln entstanden sind. Der medizinische Fachbegriff lautet Pneumokoniose. Je nach Art und Größe können Staubpartikel bis in die Lungenbläschen vordringen, sich dort ablagern und mit der Zeit zu einer reaktiven Gewebeveränderung führen. Zu den häufigsten Pneumokoniosen zählen die Silikose, die durch die Inhalation von Quarzfeinstaub hervorgerufen wird, sowie die Asbestose, hervorgerufen durch das Einatmen von Asbeststaub.

Das Risiko für Staublungen-Erkrankungen erhöht sich, je länger und intensiver man der schädlichen Staubbelastung ausgesetzt ist. Pneumokoniosen treten in bestimmten Berufssparten gehäuft auf und sind arbeitsrechtlich als Berufskrankheiten anerkannt.

Symptome einer Staublunge

Meist verläuft eine Pneumokoniose im Anfangsstadium völlig symptomlos. Beschwerden stellen sich häufig erst nach Jahren oder sogar Jahrzehnten ein, beginnen schleichend und sind meist unspezifisch. Mögliche Symptome einer Staublunge sind:

  • trockener Reizhusten
  • Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung, später auch in Ruhe
  • erhöhte Infektanfälligkeit der Lunge

Die Beschwerden können sich fortschreitend verschlechtern, selbst wenn Erkrankte der schädlichen Staubbelastung nicht mehr ausgesetzt sind. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Lungenkrebs.

Diagnose einer Staublunge

Mithilfe bildgebender diagnostischer Verfahren lassen sich die für Pneumokoniosen typischen Lungenveränderungen oft bereits erkennen, bevor erste Beschwerden auftreten. In unseren Evidia Praxen arbeiten wir zum Nachweis oder Ausschluss einer Pneumokoniose mit diesen modernen Bildgebungstechniken:

  • Digitales Röntgen: Im Röntgenbild sind die typischen Veränderungen des Lungengewebes je nach Art und Stadium der Erkrankung als verstärkte Lungenzeichnung, fleckige Schatten oder streifige Verdichtungen erkennbar. Außerdem lassen sich manchmal reaktive Veränderungen des Lungen- und Rippenfells wie Verdickungen oder Verkalkungen nachweisen.  
     
  • Computertomographie (CT): Bei der Computertomographie werden mithilfe von Röntgenstrahlung dünne Schichtbilder der Lunge angefertigt und anschließend zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt. Durch die überlagerungsfreie Darstellung der Lunge sind Veränderungen der Lungenstruktur oder des Lungen- und Rippenfells oft früher und exakter darstellbar. Auch zur Abklärung möglicher Folgeerkrankungen wie Lungenkrebs kommt die CT häufig zum Einsatz.

Therapie der Staublunge

Eine ursächliche Behandlung der Staublunge ist derzeit nicht möglich, einmal entstandene Lungenschäden lassen sich nicht wieder rückgängig machen. Wichtig ist es, eine weitere Inhalation der Stäube sowie andere schädliche Einflüsse wie das Rauchen möglichst zu vermeiden.

Um Beschwerden zu lindern, ist eine Behandlung mit bronchienerweiternden Medikamenten möglich. Bei schwerem Krankheitsverlauf kann eine Langzeittherapie mit Sauerstoff erforderlich werden. Komplikationen oder Folgeerkrankungen bedürfen oft einer zusätzlichen Behandlung.

Aufgrund der beschränkten Behandlungsmöglichkeiten kommt der Prävention von Staublungen-Erkrankungen besondere Bedeutung zu: Die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsschutzmaßnahmen sollten genau eingehalten werden, für beruflich belastete Personen sind regelmäßige arbeitsmedizinische Untersuchungen empfehlenswert.

Fragen zum Thema Staublunge

Feinstaubpartikel können sich in den Lungenbläschen ablagern und eine chronische Entzündungsreaktion hervorrufen. Mit der Zeit kann es zu einem Umbau des Lungengewebes kommen, das durch die Einlagerung von Bindegewebe zunehmend verhärtet und versteift. Dadurch wird die Belüftung und der Gasaustausch in der Lunge behindert, was zu Symptomen wie Atemnot führt. Zusätzlich besteht je nach Art des Staubs oft ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Lungenkrebs.

Mögliche Auslöser einer Pneumokoniose sind beispielsweise Quarzfeinstaub (kieselsäurehaltiger Staub), Ruß- und Kohlestaub, Metallstaub, Hartmetallstaub, Talkum, Beryllium oder Aluminium. Auch Asbeststaub kann eine Pneumokoniose hervorgerufen, die man Asbestose nennt. Die Herstellung und Verwendung von Asbest ist zwar mittlerweile EU-weit verboten, bei Renovierungs- oder Entsorgungsarbeiten ist aber dennoch ein Kontakt mit Asbestfasern möglich.

Die durchschnittliche Lebenserwartung ist bei Staublungen-Erkrankungen wie einer Silikose oder Asbestose erniedrigt, was vor allem an möglichen Komplikationen und Folgeerkrankungen wie Infekten oder Lungenkrebs liegt. Über die individuelle Lebenserwartung lässt sich jedoch keine Voraussage treffen. Auch mit einer Staublungen-Erkrankung können Menschen ein hohes Alter erreichen.